Monat vom Bericht  

Dezember

1.12.
bis
31.12.
2011

und zum Letzten. . .

… zum letzten Monat des Jahres 2011. Es ist wieder geschafft - das Jahr ist rum und jetzt zum Zeitpunkt des schreibens, auch schon die erste Woche des neuen Jahres. Ich möchte wie jedes Jahr einen kleinen Rückblick auf mein Kakteenjahr, frei aus meinem Gedächtnis, verfassen. Alles was ich heute schreibe, sind also Dinge, die mich in 2011 bewegt haben. Egal ob positiv oder negativ, sie haben sich in meinem Gedächtnis so festgesetzt.
Beginnen wir also am Jahresanfang und mit dem Wetter, was ja immer auch einen großen Einfluß auf unser Hobby hat. Den Winter kannte man ja aus dem Jahr zuvor mit viel Schnee und man dachte immer wieder an die kleinen Katastrophen, welche sich nicht wiederholen sollten. Dieses blieb im kompletten Jahr 2011 aus. Ich kann mich kaum an eine Schneeflocke erinnern. In den ersten beiden Monaten des Jahres gab es zwar einige frostige Temperaturen, doch konnte man das vom Jahresausklang nicht behaupten. Bis zum Ende mild. Doch dazu später. Der Januar und Februar waren dafür so was von grau und trüb, dass man bald Depressionen bekommen konnte. Es fehlte einfach der Sonnenschein. Somit vermutete ich für dieses Jahr ein schlechtes Blütenjahr. Es heist ja immer, die Pflanzen brauchen zum Knospenansatz eine helle Überwinterung. Dem war aber nicht so. Im März erblühten dann die ersten Knospen, welche sich teilweise schon im späten Herbst und Winter gebildet hatten. Ich war glücklich und weitere Knospen wurden sichtbar. Der April und Mai waren wie immer die Höhepunkte in der Kakteenblüte. Endlich haben es meine Mammillaria senilis Pflanzen in rot und weiß geschafft. Sie blühten üppig. Auch die Echinocereus-Blüte war in diesem Jahr wieder prächtig. Das erste Gießen im Februar macht sich scheinbar doch bemerkbar. Ich konnte auf jeden Fall nichts negatives feststellen - sprich, es ging keine gegossene Pflanze ein.
Das Wetter war im April für die Kakteen natürlich einmalig. Es wurde der ganze fehlende Sonnenschein nachgereicht. So entwickelte sich eine bis dahin nicht gesehene Blütenpracht. Etwas enttäuschend war allerdings meine Hybridenzucht. Hier gab es aus sehr vielen Erstblühern gerade mal 2 Blüten, welche mir gefielen. Doch die Körper der Pflanzen waren mangelhaft. So bin ich nach 8 Jahren Zucht noch immer nicht an meinem Ziel angekommen.
Nach den zwei Supermonaten kam der eigentliche Sommer. Ich mach es kurz, er fiel ins Wasser ! Bis Mitte Juni ging es ja noch. Doch wer bis dahin nicht geblüht hatte, der war schlecht dran. Es regnete und regnete und das bei Temperaturen bis 15°C. Unsere armen Ostsee-Urlauber! Leider kann es auch mal so herum gehen. Bei den vielen noch angesetzten Chamaecereushybriden-Knospen kam es zu Verlusten. Auch büste ich einige Pflanzen ein, welche an nicht abgetrockneten Blütenresten faulten. Da man die Hoffnung ja nie aufgibt, habe ich die einmal ausgeräumten Pflanzen draußen gelassen. Darunter auch welche ohne Regenschutz. Lobivien, Echinopsis und Trichocereus auf dem Gartenboden gestellt, hatten es schwer. Etwas besser erging es den hängenden Hildewintera oder Blattkakteen. Überstanden haben sie es alle. Es gab aber kaum Zuwachs - denn, auch der August war kalt und feucht.
Besser wurde es dann in jeder Hinsicht im September. Hier hatte ich ein paar Tage Urlaub, das Wetter wurde sonniger und es stand der Besuch einer Kakteenbörse im Nachbarland Tschechien an. Unvergessliche Momente. Natürlich konnte der September nicht mehr den Verlust der drei vorangegangenen Monate reißen. Die Kakteen fanden aber noch einen guten Rhytmus und es gab die entsprechenden Blüten der Herbstblüher. Doch irgendwie bahnt sich da schon wieder etwas unnormales an. Wie immer habe ich Mitte Oktober angefangen, mein Gewächshaus winterfest zu machen. Es könnte ja kalt werden und heizen ist heutzutage nicht billig. Doch bis zum Jahresende gab es kaum Frost, geschweige Schnee. Dafür nahm die Feuchtigkeit zu und es regnete fast täglich. So stehen meine Kakteen fein eingepackt und warten auf den Frühling. Einige allerdings glaubten schon im Dezember, das der Frühling schon gekommen sei. Es begann trotz lüften und lichtarmut ein reges Knospen bilden. Einige Kakteen habe ich aus Angst vor Verlust ans Zimmerfenster geholt. So blühten im Dezember bei mir Mam.lasiacantha oder huitzliopochtli. Auch M.mendeliana Sämlinge, microhelia oder pseudohalbingeri Rog412a blühten am Fenster. Im Gewächshaus stehen noch heute Mammillaria karwinskiana und ähnliche Formen in Blüte. Knospen sah ich an M.vaupelii, elegans Formen und auch boelderiana, longiflora ssp.stampferi oder wohlschlageri haben Knospen. Das ist schon erstaunlich. An die Turbinicarpus Knospen habe ich mich schon gewöhnt. Für sie ist es normal und ich freue mich schon jetzt wieder auf ihr Erblühen.

Wenn ich nun für dieses Jahr zum Ende komme, möchte ich nicht unerwähnt lassen, das auch in diesem Jahr wieder einige RÜGENKAKTUS-Seiten-Leser mir mit neuen Erkenntnissen geholfen haben. Ich bekam wieder Bilder von für mich neuen "Albiflora´s" oder Informationen über neue Chamaecereus-Hybriden. Allen fleißigen Lesern und Helfern möchte ich auch in diesem Jahr ein herzliches DANKESCHÖN sagen. Es hat mich immer gefreut, wenn ich eine Resonanz auf meine Arbeit erhalten habe. >>> und wenn ich mir für das nächste Jahr etwas wünschen darf, dann soll diese Zusammenarbeit gern so bleiben.     D A N K E !

Als allerletztes, doch nicht weniger wichtiges, möchte ich noch ein paar Worte zu dem tragischen Ereignis am letzten Weihnachtsfeiertag hier auf Rügen schreiben. Wie sicherlich aus der Presse oder Fernsehen bekannt, wurde am nördlichsten Punkt unserer Insel - dem Kap Arkona, eine Familie durch einen Küstenabbruch verschüttet. Die Mutter und das älteste Kind konnten sich retten, für das 10 jährige Mädchen kam jede Hilfe zu spät. Trotz größter Anstrengung unserer Hilfskräfte wurde das Mädchen bis heute nicht gefunden.
Wir sollten dieser Familie und dem Mädchen gedenken.
Und wir sollten auch, um solches Unglück nicht wieder wahr weden zu lassen, als Rügenurlauber folgendes beachten. Unsere Steilküste ist ein Naturereignis von besonderer Schönheit und sehr sehenswert. Doch befolgen Sie, liebe Urlauber, die Hinweisschilder in diesen Gebieten und meiden Sie die gefährdeten Küstenabschnitte besonderes zu Zeiten nach langen Regenphasen und Frostperioden. Es besteht wirklich LEBENSGEFAHR !


--- Mammillaria plumosa - alte Gruppe in Tonschale ---
seit Jahren ohne Blüten gepflegt
--- Mammillaria plumosa - Detail---
--- Mammillaria plumosa - Blüte - viel kleiner als die Blüten meiner neuen Pflanzen---
--- Mammillaria huitzilopochtli ssp.niduliformis ---
und was im nächsten Jahr passiert, gibt es wie immer im nächsten Monatsbericht hier zu lesen …


Ihr Gerd Weiß
~Der RÜGENKAKTUS~



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©: Gerd Weiß ,
erschienen 8.Januar
( So.)
19:30 Uhr
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