Woche vom Bericht  

4

17.1.
bis
24.1.
2010

Eine Woche mit etwas aufregenden Momenten ist vorbei . . .
 bevor ich die kleinen Geschichten dieser Woche erzähle, möchte ich gleich vorweg nehmen - es ist alles gut ausgegangen. Zu erst aber ein paar Worte zu diesem Wetter. So einen Winter hatten wir hier an der Küste schon lange nicht mehr. Im Grunde ist es nichts besonderes, wenn die Ostsee beginnt, zu erstarren. Früher kam soetwas öfter vor und man war darauf eingestellt. Durch das viele Gerede über Erderwärmung, wollte man daran nicht mehr glauben. Doch die Natur ist noch im Gleichgewicht! Sie kann uns noch mit langen Dauerfrostperioden und Temperaturen bis weit unter minus 10°C überraschen. Wenn ich nun kein Gewächshaus mit wärmeliebenden Pflanzen hätte, würde mich das alles auch nicht stören. Doch nun mache ich mir über die kommende Rechnung meines Energie-Lieferanten schon so meine Gedanken. Da hilft mir auch die Stromabschaltung für ca. eine Stunde nicht weiter ! Man, war das ein Schreck. Da sitzt man am Freitag Abend nichts ahnend vor dem Kamin, wärmt sich die Füße und liest in Kakteenbüchern - und da, plötzlich ist es dunkel. Nur keine Panik, der Strom wird schon gleich wieder kommen. Fünf Minuten vergingen, zehn Minuten .. - wo ist eigentlich unsere Taschenlampe ? Die Frau wuste Bescheid und die Batterien waren seit Herbst auch neu ! Zwanzig Minuten gingen ins Land - nun, ich sollte doch mal ans Thermometer schauen. Mein Gott, draußen sind minus 8°C und im Gewächshaus nur noch 4,5°C ! Ich blieb in der Nähe des Thermometers. Drinnen und Draußen war es dunkel. Die größere Stadt in meiner Nähe hatte noch Licht. Ich konnte den Schein der Lampen deutlich sehen. Immer noch nichts. Hatte man den Stromausfall vielleicht im E-Werk noch gar nicht bemerkt ? Wieder der Blick auf das Thermometer. Innerhalb von nur 10 Minuten verlor ich im Gewächshaus 0,5°C und die Temperatur draußen befand sich im freien Fall. Inzwischen waren minus 9°C erreicht. Ich musste handeln. Die Gasheizung stand bereit. Doch sollte die ganze Zeit meines Versuches von einer Minute zur anderen umsonst gewesen sein ? Die vielen schönen Turbinicarpus pseudopectinatus Knospen zum Beispiel, um sonst gewachsen sein ? Nein ! Ich legte mir einen Plan zurecht. Alle Pflanzen, welche schon sichtbare Knospen angesetzt haben, werde ich in Schalen unter bringen und in einen kühlen Raum im Haus aufstellen. Dann kann ich mit Gas heizen. Es wird ja nicht ewig dauern. Erfrieren lassen kann ich meine Pflanzen ja auch nicht. Nun sind schon 50 Minuten seit dem Stromausfall vergangen. Vom Gewächshaus aus, wird mir eine Temperatur von noch 3,1°C angezeigt. Ab 3°C schlägt der Frostwächter Alarm. Ich bitte meine Familie mir zu helfen und wir wollen uns anziehen - da, ja da flackern die Lampen wieder - der Strom ist wieder da ! Ein Stein fällt zu Boden. Der Strom ist noch etwas zitterig und geht auch in den nächsten 5 Minuten noch mal für ganz kurz weg. Man arbeitet noch daran. Doch dann können die Heizungen den Temperaturverlust wieder aufholen. Dieser Schreck saß tief. Warum passiert soetwa immer dann, wenn es durch die sehr tiefen Außentemperaturen für die Pflanzen schnell gefährlich werden kann ?
Nach einer sehr kalten Nacht kam dann endlich ein Tag mit Sonnenschein. Seit langer langer Zeit endlich wieder Sonne. Die Temperatur im Gewächshaus stieg bis auf 14°C an. Durch Lüften konnte ich viel Feuchtigkeit abgeben. Die relative Luftfeuchte beträgt jetzt zwischen 60 und 70%. Somit ist die Überwinterungsbedingung für die Pflanzen etwas verbessert. Weiterhin bewegen die Ventilatoren die Luft. Verluste an Pflanzen konnte ich bis jetzt nicht beklagen. Ich hoffe, es geht so weiter. Denn ca. einen Monat muß noch geschlafen werden.
Besser haben es da meine Aussaaten. Hier ist nach einer Woche schon richtig Leben zu sehen. Viele Kreuzungen sind schon gekeimt. Es hat sich zwar nicht jedes Korm entwickelt, aber es ist ja auch noch Zeit. Nach einer Gesetzmäßigkeit folgend, lassen natürlich die am interessantesten erscheinenden Kreuzungen am längsten auf sich warten. Mal sehen, wie es nach weiteren sieben Tagen aussieht.
Das Bild im heutigen Bericht ist etwas "trüb" geraten. Die Ursache dafür ist schnell erzählt. Nach einem ausgiebigen Strandspaziergang mit Kamera - ich wollte doch den Winter an der See einfangen, kam ich kurz vor dem dunkel werden nach Hause. Die viele Sonne an diesem Tag hatte es geschafft, dass sich die Blüte vom A - c-m öffnete. Schnell noch ein Bild machen, waren meine Gedanken. Also die Kamera ausgepackt, aufs Stativ gebaut und durch den Auslöser geschaut. Nebel !? Na klar, die Kamera war in ihrer Tasche vom Spaziergang bei minus 8°C erfroren. Bis sie wieder brauchbar war, war das Licht weg. Um aber auf dem Bild erkenntlich zu machen, das die Pflanze wirklich jetzt und nicht im Sommer blühte, sollte das schneebedeckte Dach von Gegenüber noch im Hintergrund zu sehen sein. Deshalb heute ein Bild, was neben der Blüte auch die typische trübe Wetterlage wieder gibt.


Winterblüher Astrophytum caput-medusae
endlich blüht mal was und meine Kamera ist durch die Kälte beschlagen
und was in der nächsten Woche passiert gibt es wie immer im nächsten Wochenbericht in einer Woche hier zu lesen …


  Ihr Gerd Weiß
~Der RÜGENKAKTUS~



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©: Gerd Weiß ,
erschienen am 24.1. 2010
( So.)
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