Woche vom Bericht Bild
41 7.10.
bis
14.10.
2007
Erster Frost auf Rügen...

... somit ist die Freiluftkultur für die nicht winterharten Sukkulenten beendet.
Eigentlich war es eine schöne Woche. Die Sonne kam oft vorbei und am Wochenende war sie den ganzen Tag zu sehen. Ich habe diese Zeit genutzt, um den Garten auf den Winter vorzubereiten, bin in den Mittagsstunden noch einmal in die Ostsee zum baden gegangen ( zur Verwunderung der dick vermumten Strandspaziergänger, das Wasser war aber wärmer als die Luft, doch das weiss nur, wer selber drinnen war ) und habe die letzten Kakteen und Sukkulenten ins Gewächshaus geholt. In der Nacht zum Sonntag gab es dann den ersten Nachtfrost von minus 2°C. Die Heizungen haben alle funktioniert. Somit ist der erste Probelauf für die kommende Heizsaison bestanden.
Es haben auch diese Woche wieder einige Pflanzen geblüht. Fange ich einmal mit den wenigen "anderen" Sukkulenten an. Davon habe ich nur wenige, doch diese sind es, die jetzt die Farbe ins Gewächshaus bringen. Zum Beispiel Faucaria und Titanopsis. Sie öffnen am Nachmittag ihre mittagsblumenartigen Blüten und duften dazu. Bei den Kakteen habe ich die nächtliche Blüte meiner Haagocereus versicolor verpasst. Zwei Knospen sind aber noch vorhanden. Die Pflanze ist dieses Jahr etwas spät dran. Scheinbar möchte sie im Sommer wärmer stehen. Ich hatte ihr einen ungeschützten Platz im Freien verpasst. Dolichothele camptotricha und decipiens zeigen wieder ihre kleinen weissen Blüten im teilweise wirren Dornenkleid. Neoporteria nidus und litoralis blühen immer noch. Bei den Turbinicarpen hat es in dieser Woche der erste Sämling von jauernigii TCG18001 geschafft. Auch Turb. aff. laui Tepozan TCG11006 blühte. Dazu gesellten sich gracilis, alonsoi und krainzianus v.minimus. Leider habe ich auch drei Jungpflanzen von T.valdezianus "Monglova" und eine Jungpflanze von flaviflorus entsorgen müssen. Vermutlich haben sie etwas Tropfwasser vom Dachfenster abbekommen und sind bei der Sonneneistrahlung der letzten Tage förmlich explodiert. Unter der Hülle war nur noch ein Haufen brauner Matsch.
Nun zu den Mammillarien. Hier kommen immer noch einige Blüten bei chinocephala Rep.1072, geminispina (alte Pflanze), muehlenpfordtii, pseudoperbella, halbingerii (rot), bocasana, scheidweileriana, moeller-valdezianus, gracilis Hybride "Antje", schiedeana + var.plumosa ( nicht verwechseln mit Mam.plumosa ), crinita und crinita var.roseiflorus zum Erblühen.
In dieser Woche kam auch wieder etwas zum lesen ins Haus. So verschickten die Arbeitsgruppen der Echinocereen und der Mammillarien ihre Mitteilungshefte. Vielen Dank an alle Autoren für diese schönen Beiträge . Einen Artikel aus dem AfM - Heft möchte ich hier einmal kurz aufgreifen. Es geht um Mammillaria tezontle. Die Autoren W.A.& Betty Fitz Maurice aus San Luis Potosi in Mexico berichten über die Ergebnisse ihrer Feldreisen und geben ihre Einordnung der Pflanze auf Grund der zusätzlichen Ergebnisse bekannt. Ein schöner Artikel, welcher dazu einläd, sich wieder einmal mit der kleinen Pflanze zu beschäftigen. Im Grunde ist es ja eine kleinbleibende unscheinbare Pflanze aus der Gruppe der Stylothelae. Nichts aufregendes. Im Jahre 2003 besorgte ich mir über die Fa.Köhres Samen und sähte die erst vor wenigen Jahren beschriebene Pflanze aus. Bis zum heutigen Tage konnte ich 4 Pflanzen davon kultivieren. Eine Pflanze davon ist als Doppelkopf gewachsen. Sprossungen sind nicht aufgetreten. Die einzelnen Köpfe der Pflanzen sind 3 bis 3,5cm im Durchmesser und erheben sich nur wenig über dem Substrat. Es sind unermütliche Blüher. Die hellcremefarbenen Blüten erscheinen locker um den Scheitel verteilt. Diese Pflanzen als Forma zu Mam.crinita zu stellen, würde ich akzeptieren. So schön, so gut. Ein weiterer Bericht in diesem Heft, geschrieben von dem Autor Holger Rudzinski, lies mich aber nicht länger in diesem Heft lesen. Ich musste ins Gewächshaus, um nachzusehen, wie es meinen Pflanzen geht und noch wichtiger, wie sehen ihre Früchte aus? Hatte ich schon jemals Früchte an diesen Pflanzen gesehen? Nein ! Warum nicht ? Alle 4 Pflanzen stehen beisammen. Andere Mammillarien bringen auch ohne mein Zutun Früchte hervor. Was war los. Herr Rudzinski bildet seine Pflanze mit einer langen roten Frucht im Heft ab. Er behauptet, im Einklang mit Beobachtungen von Herrn Linzen, diese Früchte wären normal und die Beobachtungen der Erstautoren, die Früchte wären grün, trocknen schnell ein und bleiben innerhalb der Bedornung, trifft nur auf sogenannte "Hungerfrüchte", wie sie immer wieder einmal in der Reihe der Stylothelae vorkommen, zu. Wie sehen die Früchte dieser Mammillaria tezontle nun wirklich aus? Ich habe meine Pflanzen untersucht und konnte feststellen, es haben sich von den vielen Blüten nur sehr wenige Früchte mit wenig Samen gebildet. Alle Samenkapseln waren Trockenfrüchte, ihre Hüllen durchsichtig und sie haben wärend der Reife nie die Bedornug durchbrochen. Gleiches wurde mir von einem anderen Kakteenfreund, welchen ich daraufhin ansprach, bestätigt. Wie sehen die Früchte Ihrer Mammillaria tezontle aus. Wer kann mir über seine Erfahrungen mit der Pflanze berichten? Sind die Samen aus den Trockenfrüchten keimfähig? Ich werde es testen.

Es gibt also keine langweiligen Pflanzen - man muss sich nur mit ihnen beschäftigen - dann hat man Fragen über Fragen.

Gerd Weiß
Der Rügenkaktus
Turbinicarpus jauernigii TCG18001

 Titanopsis

 Mammillaria tezontle

oben: Turbinicarpus jauernigii TCG18001,
seine Erstblüte !
mitte: Titanopsis,
eine meiner wenigen "anderen" Sukkulenten.
unten: Mammilaria tezontle,
Meine Pflanzen haben noch nie Früchte durch die Bedornung geschoben .

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