Woche vom Bericht  

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20.12.
bis
27.12.
2009

und nun auf zum letzten . . .

… Wochenbericht in diesem Jahr. Es sind nur noch wenige Tage von 2009 übrig und der nächste Sonntag liegt bereits schon im neuen Jahr. Also heist es heute einen kleinen Rückblick auf das Jahr 2009 zu halten. Doch bevor ich dazu komme, wie immer einen Blick auf das Wetter der vergangenen Tage. Seit langer langer Zeit hat es mit "weißer Weihnacht" geklappt. Die Tage zuvor hatte es ordentlich geschneit und die Temperaturen sind auf ein für die Küste noch nie dagewesenen Tiefpunkt für den Monat Dezember von minus 19,5 °C gefallen. Einwenig Bedenken hatte ich schon. Werden es meine Elektroheizungen schaffen, im inneren des Gewächshauses eine Temperatur von mindestens +5°C zu halten ? Sie haben es geschafft! Ich musste nicht auf meinen Gasofen zurück greifen. Dieses läßt natürlich Hoffnung für mein, für diesen Winter angestrebten Versuch, aufkommen. Denn so häufig kommen so tiefe Temperaturen hier nicht vor. Pünktlich zu den Feiertagen setzte dann das "Weihnachtstauwetter" ein. Die Temperaturen stiegen auf Werte um die +3°C. Es setzte Regen ein und ließ den Schnee schmelzen. Zusätzlich tobte noch ein kräftiger Sturm in der Nacht vom 25. zum 26. Dezember. Er hat es geschafft, zwei von meinen Gewächshaus - Dachfenstern zu entriegeln und zu öffnen. Ein Schaden ist dabei aber nicht entstanden. Heute, am Sonntag, schien sogar einmal für wenige Minuten die Sonne vom sonst immer wolkenverhangenen Himmel. Im Gewächshaus, bei den Kakteen hat sich wie erwartet, keine Regung gezeigt. Alle angesetzten Knospen sehen noch gut aus - und ich bilde mir ein - sie sind vielleicht geringfügig gewachsen. In ca. zwei Monaten werde ich mehr wissen.
so sieht das Warten auf besser Zeiten aus - zumindestens bei den Kakteen
Nun aber zu dem versprochenen Rückblick. Ich schreibe diesen aus meinen, sich im laufe des Jahres in meinem Kopf festgesetzten Erinnerungen. Ich werde erst später selbst noch einmal meine eigenen Wochenberichte durchlesen, um die Richtigkeit, oder auch Unrichtigkeit, fest zu stellen. Sie wissen ja, manchmal prägen sich kleine Ereignisse, egal ob positiv oder negativ, ins Gedächtnis ein und verdrängen einwenig die Wahrheit.
Also, in meinen Gedanken fing das Jahr 2009 für die Kakteen recht spät an. Es fehlte am Anfang die Sonne und somit auch die Wärme im Gewächshaus. Die sogenannten Winterblüher, welche im zeitigen Frühjahr ihre Knospen öffenen sollten, kamen gar nicht oder erst im zweiten Ansatz zum Zuge. Davon waren betroffen: Turbinicarpus pseudopectinatus, valdezianus, Jungpflanzen von schmiedickeanus, andersonii, valdezianus - letztere blühten nicht. Bei den Chamaecereen erfolgte ein guter Knospenansatz. Er ließ auf viele Blüten hoffen. Nach der Winterpause war ich sehr viel und oft im Gewächshaus und habe das Erwachen genau beobachtet. Natürlich versuchte ich auch regulierend ein zu greifen. Ich begann mit zeitigem gießen ( Ende Februar das erste Mal ) von Echinocereuspflanzen - konnte aber dadurch nicht eine Blüte mehr als sonst erzielen. Bei guten sonnigen Wetter wurde der Fußboden gegossen um die Luftfeuchte zu erhöhen. Irgendwann war es dann Frühling geworden. Die Sonne schien heiß und hat so einige Knospen eintrockenen lassen. Eine Mammillaria senilis hat wieder nicht geblüht. Bei den Chamaecereen setzte eine schlagartige Blütenwelle ein. Ich kam mit dem fotografieren nicht hinterher. Ach so, so ging es mir schon bei den vorher mit blühen angefangenen Sulcorebutien. Hier muss ich sagen, war ich von der Menge und Fülle der geöffneten Blüten überwältigt. Besser kann es bei den Sulcos nimmer werden. Dafür enttäuschten aber einige Chamaecereen. Ihre Blüten öffneten nur krüppelig. Die Blütenblätter entwickelten sich nach einem längeren Knospenstadium nur fadenähnlich und sahen scheußlich aus. Am meisten hat in diesem Jahr, ich traue es mir kaum zu sagen, die "Rügens Flamme" versagt. Wenige Knospen öffneten sich und sie waren alle unbrauchbar. Deshalb gab es auch in diesem Jahr von dieser Pflanze keine Bilder. Nun, es gab bei den Chamaecereen nicht nur "Katastrophen". Anfang Sommer waren dann viele Erstblüten unter den inzwischen heran gewachsenen Aussaaten zu sehen. Drei wirklich überwältigende Blüten waren dabei. Ich traute meinen Augen kaum, als ich gegen Mittag ins Gewächshaus kam. Eine Blüte in Zweifarbigkeit hatte sich geöffnet. Kontrastreich rot mit gelber Mitte. Eine Blüte, wie ich sie ähnlich vor kurzem bei einer Sulcorebutia kruegeri v.hoffmanniana gesehen hatte. Wenige Tage später gab es weitere zweifarbige Blüten. Meistens rot mit gelb kombiniert. Aber auch eine sehr eigenwillig geformte rot weisse Blüte war dabei. Begeistert hat mich auch eine weisse Blüte mit roter Maserung. Doch wie so oft, gibt es ein Manko bei der Hybridenzucht. Alle Pflanzen haben bis jetzt kaum oder sehr wenig gesprosst, so das es mit der Vermehrung bzw der Sicherung der Pflanzen schwer werden wird. Die Körperdicke ist bei allen Pflanzen zu vertreten und auch die Bedornung ist für eine Chamaecereushybride akzeptabel. Warten wir also ab, wie diese Pflanzen im Jahr 2010 weiter wachsen. Das ich die Blüten alle zu weiteren Kreuzungen genutzt habe, brauche ich eigentlich nicht weiter zu erwähnen. Immerhin sind diese Blüten ein Meilenstein auf dem Weg meiner Züchterlaufbahn mit dem Zucht-Ziel der zwei- oder mehrfarbigen Chamaecereusblüte. Im weiteren Verlauf des Sommers gab es dann keine besonderen Vorkommnisse. Meine Zeit wurde immer knapper, auch der Wochenbericht fiel manchmal aus und die Kakteen machten auf Grund der höheren Temperaturen im Gewächshaus eine Sommerpause. Die robusteren Pflanzen waren wie immer ins "Sommerquartier" ausgeräumt worden. Ihnen ging es gut und sie haben sich im Herbst gut bedornt. Später habe ich dann alles wieder ins Gewächshaus eingeräumt. Um aber alle Pflanzen wieder einräumen zu können, bedurfte es vorher einiger Anstrengungen. Ich musste Platz schaffen! Auf den Tischen haben sich im Sommer die Sämlinge breit gemacht. So wurde eine zweite Etage unter den Tischen erstellt. Kurzum, ich kann sagen, nach anfänglichen Startschwierigkeiten wurde es ein schönes Kakteenjahr, in dem nicht nur schöne Chamaecereen geblüht haben. Auch die anderen Gattungen haben mich sehr erfreut. Verluste hielten sich in Grenzen. Durch eine Bekanntschaft mit einem Wochenberichtleser, welcher mich auf einen von mir in der Pflanzenbestimmung gemachten Fehler hinwies, entwickelte sich ein interessanter Austausch an Gedanken und auch Kakteen. Hierfür möchte ich noch einmal meinen besonderen Dank aus drücken. Nun hoffe ich auf einen milden, schnell vergehenden Winter. In dieser Zeit werde ich noch einmal den mir noch verbliebenen Rest an Kakteenbildern aus 2009 sichten. Leider ist mir durch einen Defekt an einer externen Festplatte, welche sich ja hervoragend zur Datensicherung eignen sollte :-), die Hälfte aller Sommerbilder abhanden gekommen.

Nun möchte ich für dieses Jahr den letzten Wochenbericht abschließen. Ich hoffe, das lesen hat einwenig Spaß gemacht und einen kleinen Einblick in die Freuden und Leiden eines Kakteen-Liebhabers an der ostdeutschen Ostseeküste gegeben. Vielleicht war auch die eine oder andere Anregung, für Sie liebe Leser, dabei. Oder Sie haben aus meinen Fehlern gelernt und mussten diese nicht erst selber machen. In diesem Sinn verabschiede ich mich aus dem Jahr 2009.

… und wenn ich für das nächste Jahr noch einen Wunsch äußern dürfte, dann wäre er : Sie alle wieder auf meinen Seiten begrüßen zu dürfen !

- zweifarbige Chamaecereus-Blüten aus 2009
und was im nächsten Jahr passiert gibt es wie immer im nächsten Wochenbericht in einer Woche hier zu lesen …


Ihr Gerd Weiß
Der Rügenkaktus



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©: Gerd Weiß ,
erschienen 27.Dezember 2009
( So.)
22:22 Uhr
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